
Mittsommer und Nyponkulla = Schweden 2.0 (5. bis 24. Juni 2026)
5.Juni 2025 – 12:00 Uhr pünktliche Ankunft in Nynäshamn (= hamn = Hafen) – die 18 Stunden auf der Fähre habe ich gemütlich am obersten Deck verbracht – von 257 Sitzplätzen sind nur 6 oder 7 vergeben – wir haben viel Platz und eine gute Aussicht ….. und die Ostsee ist mir auch mir sehr gewogen, sie war ganz ruhig. Der Bahnhof ist nur 5 Minuten zu Fuß von der Fähre entfernt und ich fahre mit dem Zug mit dem Zug nach Södertäjle Hamn. Dort holt mich meine Tochter vom Bahnhof ab und wir fahren nach Nyponkulla. Ich werde mit selbstgebackenen Brot, selbstgemachten Aufstrichen und selbstgemachten Pralinen begrüßt.
Nyponkulla – ein von der Anthroposophischen Lebensphilosophie geprägter besonderer Ort, den ich ohne meine Ines und den ich ohne Leon nicht kennengelernt hätte. Dieser Ort liegt in der Nähe von Järna liegt rund 50 Kilometer südlich von Stockholm – und hier gibt es ein anerkanntes Zentrum für Anthroposophie. Zwischen Wiesen, Weiden und Wäldern, unmittelbar in der Nähe der Ostsee, sammeln sich merkwürdige Gebäude. Als hätte Obelix einige seiner Hinkelsteine vergessen, wölben sich etwa 20 rundbedachte bunte Häuser empor: Ytterjärna, ein anthroposophisches Kulturzentrum.
2000 Menschen arbeiten in Betrieben, die sich mehr oder minder an den Lehren von Rudolf Steiner orientieren – alle voran die biodynamischen Landwirtschaften.
Zurück zu Nyponkulla – Nyponkulla ist mehr als nur ein Kindergarten – es ist eine Lebensgemeinschaft für Kinder und Erwachsene, die Wert auf eine geborgene, naturverbundene und handlungsorientierte Erziehung legt, um Kinder in ihrer Entwicklung zu unterstützen.
Ich habe hier (einmal mehr) gelernt, dass weniger mehr ist – dass wir Menschen Zeit für unsere Beziehungen, Zeit für unser Aufwachsen und Zeit für unser Leben brauchen – und wir brauchen uns, die menschliche Nähe, die Berührung, die Sanftheit unserer Worte.
Ich bin diesmal um einen Monat früher als im Jahr 2024 an diesem Ort und er präsentiert sich von der „Frühlingsseite“ – viele wunderbare Blumen, noch wenig Früchte (leider auch keine Blaubeeren im Wald), das meiste wird jetzt erst ausgesät.
Konzert in der Kirche Hölö Kyrkan -– ein wunderschöner Ort mit Blick auf die Ostsee und den Schärengarten. Direkt vor der Kirche gibt es eine maßstabgetreue Miniatur und es gibt einen sehr beeindruckenden Alpengarten.
Hölö Kyrka, Södermanland – Schweden entdecken
„Die Pfarrei Hölö wurde 1570 gegründet, als die beiden mittelalterlichen Gemeinden Ytterhölö und Överhölö zusammengelegt wurden. Die Pfarrkirche wurde im 12. Jahrhundert erbaut und gehörte ursprünglich zur Pfarrei Ytterhölö. Von der mittelalterlichen Kirche ist nicht mehr viel übrig, sie wurde viele Male umgebaut und große Teile der alten Kirche wurden in den 1790er Jahren abgerissen.
Die Gemeinde fungierte bis zur schwedischen Kommunalreform von 1862 als lokale Verwaltung. Zu diesem Zeitpunkt wurden die Zuständigkeiten zwischen der Kirchengemeinde und der neuen Stadtverwaltung der Gemeinde Hölö aufgeteilt. Die Gemeinde Mörkö wurde 1952 eingemeindet und 1971 Teil der Gemeinde Södertälje und wurde von der Provinz Södermanland in die Provinz Stockholm verlegt.“
„Gardening“ – wir jäten das Unkraut im Gewächshaus bei den Süßkartoffelpflanzen – besuchen die Katzenbaby (so süüüüß), drehen Heugebinde als Unterlage für die Fruchtbäume = ist gar nicht so einfach, weil ich das zum ersten Mal mache und weil – wie man mir erklärt – das Heu zu kurz geschnitten ist.
Die Hühner laufen in diesem Jahr frei im Garten herum – dafür sind die Gemüse- und Kräutergärten sowie der Obst-Pflückgarten eingezäunt …. und es gibt ein neues großen Gewächshaus, da stehen die Paradeispflanzen, dazwischen Basilikum …… es macht jeden Tag Freude den Garten zu erkunden – so viele blühende Wunder – aber noch keine Früchte zum Ernten. Im letzten Jahr war ich im Juli da und wir haben viel geerntet – da merke ich erst, wie anders hier im Norden die Pflanzen wachsen
Eine wundervolle kleine Wanderung ……………..
- Juni 2025 – Midsommer!!!
In Schweden feiert man Midsommer immer an einem Freitag – je nach Kalender zwischen dem 19. und 26. Juni – der Samstag danach ist ein Feiertag – ob nun gesetzlich oder gelebt, da widerspricht sich das Internet ein bisschen.
Wir feiern im „Weißen Haus“ beim Kulturhaus, treffen viele Bekannte und Freunde meiner Tochter. Wir genießen das Essen sehr und sind gerade noch rechtzeitig gekommen (18:15 Uhr), damit wir viel Verschiedenes probieren können. Man muss auch gleich mehr nehmen, weil das Essen ganz schnell weg ist – jeder bringt für das Buffett etwas mit – meine Tochter hat einen so guten Salat gemacht, der gut ankommt und daher schnell weg ist. Es gibt unterschiedliche Quiches, Salate mit Kartoffel und meist Mayonaise, Brot, Heringe, Käse, Süßes ……..
Es herrscht eine schöne Stimmung – wir essen draußen – das Tanzen findet drinnen statt (was mich etwas wundert) – der Tanz um den Midsommer-Baum war bereits um 16:00 Uhr .
Also wichtig! Zuerst wird gegessen, dann getanzt!
Besonders schön finde ich die Stimmung im Freien – die vielen Musiker und Musikergruppen verteilen sich und musizieren, wenn sie nicht gerade die Tänzer im Haus begleiten. Das Licht ist besonders – faszinierend und die Ostsee liegt ganz ruhig da.
Das Fest geht bis weit in die Morgenstunden – eine liebe Freundin, die „Grand Dame“ von Järna, erzählt uns, als wir sie noch an unserem letzten Tag in Schweden besuchen, dass sie um 4 Uhr morgens nach Hause gegangen ist (= sie ist über 80!).
Abschied(sessen) – es gibt Gemüselasagne, Salat, „die“ holländischen Kekse als Nachspeise (gebacken vom Verlobten meiner Tochter) – die „Hausherrin“ hat eine Erdbeertorte gebacken (Überraschung) – die Kombination einer Schicht mit schwarzer Johannisbeere und Koriander – einfach köstlich! Alles!!!
Danke für die wundervolle Zeit, danke für die herrlichen kulinarischen Gaben, danke für die Natur, die Tiere und danke für die wunderbaren Menschen, die ich kennenlernte.
