….. und was sich sonst noch ergibt :-)

Eher spontan entschließe ich mich nach dem Besuch in Schweden noch drei Wochen in den Spreewald zu reisen 25. Juni bis 18. Juli 2026) – einfach, um die Seele baumeln zu lassen. Der Spreewald steht schon lange auf meiner „Sehnsuchtsliste“ und ich gestehe: Ich kenne den Spreewald nur durch die Spreewaldkrimis.

Ankunft in Vetschau am 25. Juni – 26. Juni 2025 – es ist Sommer (!) und ich ziehe zum ersten Mal meine Sommersachen und keine Socken an 😉.

Den Spreewald habe ich mir ganz anders vorgestellt. In Vetschau, wo ich derzeit wohne, sieht man von den „Fließen“ fast gar nichts und vom Wald auch nicht – der Ortskern sieht ziemlich verlassen aus, nein, er sieht nicht nur so aus, er ist es auch …………. – ich „vermisse“ den mystischen Wald mit seinen besonderen Stimmungen, aber wahrscheinlich ist das mitten im Sommer eher unrealistisch – interessant ist es hier sicher auch im November.

Ein paar allgemeine Informationen zu meinem Reiseziel:

Brandenburg umschließt in seinem Zentrum die deutsche Hauptstadt Berlin und bildet mit ihr gemeinsam die europäische Metropolregion Berlin/Brandenburg, in der rund sechs Millionen Menschen leben. Mehr als ein Drittel der Fläche Brandenburgs wird von Naturparks, Wäldern, Seen und Wassergebieten eingenommen. Die Hauptstadt ist Potsdam.

Der Spreewald (niedersorbisch Błota: „die Sümpfe“) ist ein ausgedehntes Niederungsgebiet und eine historische Kulturlandschaft im Südosten Brandenburgs. Hauptmerkmal ist die natürliche Flusslaufverzweigung der Spree, die durch angelegte Kanäle deutlich erweitert wurde. Als Auen- und Moorlandschaft besitzt sie für den Naturschutz überregionale Bedeutung und ist als Biosphärenreservat geschützt. Der Spreewald als Kulturlandschaft wurde entscheidend durch die Sorben geprägt.

Mein Wissen: Wikipedia Vetschau/Spreewald – Wikipedia / Informationsfolder aus den Touristeninformationen Vetschau und Lübbenau / Informationstafeln an Gebäuden / https://www.berlin.de/tourismus/brandenburg/ / Freilandmuseum Lehde – Museum des Landkreises Oberspreewald-Lausitz / Fontaneweg / Kur- und Sagenpark / Stadtgeschichten / Altstadt Vetschau/Spreewald: „Lernen Sie die Straßen und die Geschichte der Stadt bei einem kleinen Rundgang kennen“ / www.diewenden.de – Wendisch und Sorbisch – Begrifflichkeiten / Sorben/Wenden | Brandenburgische Landeszentrale für politische Bildung / Die Geschichte der Stadt Lübbenau / Schloss Lübbenau – Wikipedia / Lebensraum Wald – Natur & Landschaft – Biosphärenreservat Spreewald /

Burg

Der Ort Burg ist eine Siedlung im östlichen Teil des Oberspreewaldes. In Burg und Umgebung findet man noch charakteristische Beispiele der Spreewälder Hausbauweise: weißgetünchte Blockhäuser mit Strohdach und Holzgiebeln, im Innern manchmal mit schwarzer Küche. Während der Ortsteil rund um die Kirche wie ein normales Dorf bebaut ist, liegen die Gehöfte in den anderen Ortsteilen zwischen Feldern, Wiesen und Wald verstreut an den Fließen.

Burg hat drei Ortsteile: Erstmals im Jahre 1315 erwähnt, ist BurgDorf der älteste Ortsteil des Kurortes und der eigentliche Ortskern mit einem lebendigen Zentrum. Wie der Name Burg-Kolonie vermuten lässt, siedelten in diesem Ortsteil einst Kolonisten. Friedrich der Große nutzte das bisher brachliegende Land zu Urbarmachung und ließ hier seine Untertanen sesshaft werden. Nördlich von Burg-Kolonie schließt sich der Ortsteil Burg-Kauper an. Der Ortsname Kauper geht auf das sorbische Ursprungswort Kupa zurück, welches übersetzt Insel gedeutet. Und tatsächlich stehen hier viele Häusergruppen auf einer Art Insel und sind von Wasser umgeben.

 

Ich fahre mit dem Bus nach Burg und als erstes präsentiert sich gleich die evangelische Kirche als „offene Kirche“. Ich treffe hier sehr oft auf „Theodor Fontane“ und auf viele Sagenfiguren, wie zum Beispiel den Schlangenkönig …………. und endlich auch auf breitere Fließen und die Spreewaldkähne.

Mein absoluter Lieblingsort in Burg ist der Kur- und Sagenpark.

  • Der Wassermann-Nykus wohnt mit seiner Frau und seinen Töchtern auf dem Grund der Gewässer. Er ist Herrscher über das kühle Element und schlägt er mit einer Gerte auf die Wasseroberfläche, so weicht es nach beiden Seiten zurück und lässt ihn trockenen Fußes in seine Wohnung.
  • Die Irrlichtchen, bludniki, sind Leuchterscheinungen im Sumpf. Sie führen die Leute, die sich nachts verirrt haben, gegen ein kleines Entgelt wieder nach Hause. Sollte man ihnen das Geld schuldig bleiben oder fluchen, führen sie einen das nächste Mal tiefer in den Sumpf.
  • Die Mittagsfrau, Psezpolnica: An heißen Sommertagen zwischen zwölf und dreizehn Uhr geht eine stattliche, weißgekleidete Frau mit einer Sichel durch die Felder, um diejenigen zu bestrafen, die während dieser Ruhezeit auf dem Feld arbeiten. Es gibt nur eine einzige Rettung vo der Strafe der Mittagsfrau: Man muss eine Pause machen.
  • Kommt man in ein Haus, in dem man alles bekommt, was man benötigt, so wohnt in diesem Haus der Plon. Der Plon ist ein Drache, der den Bewohnern als guter Hausgeist alle Dienste leistet. Nichts verlangt er dafür, bis auf ein wenig zu Essen.
  • Nachts, wenn die Bäume knarren und der Sturmwind in den Wipfeln heult, sagen die Menschen: „Das ist der Nachjäger, der ohne Kopf auf seinem Pferd mit einer Meute kläffender Hunde in den Wäldern herumtobt und das Wild jagd.“
  • Der Wendenkönig, Serbski Kral, der als gewählter sorbischer König gegen den Frohnherren kämpfte, zog sich nach einer Niederlage in das Dickicht des Spreewaldes zurück. Auf dem Schlossberg baute er ein Schloss, das nur über eine Brücke zu erreichen war.

Beim zweiten Besuch erwandere ich mir die Umgebung – geplant habe ich den Fontaneweg, aber geworden ist es dann ein „Ireneweg“ (von Burg nach Leipe und irgendwie wieder zurück nach Burg).

Leipe: 8 Kilometer östlich von Lübbenau liegt das Spreewalddorf Leipe. Bis 1936 war der Ort nur über den Wasserweg erreichbar. Die Straßenseite der Wohnhäuser, meist im Stil von Blockhäusern gebaut und mit Schilf gedeckt, zeigt daher bis heute zum Wasser.

Umgeben von Hauptspree und Leiper Graben war das denkmalgeschützte Spreewalddorf bis 1936 nur mit dem Kahn erreichbar. Die Fließe waren einst die „Straßen“ des Ortes, deshalb sind die Giebel der Häuser dem Wasser zugewandt. Zu jedem Hof gehört ein kleiner Hafen. Dem Radler, der das Dorf durchfährt, zeigt sich nur die Rückansicht der Häuser mit den davor liegenden Gärten.

Lübbenau (und Lehde)

Die Stadt Lübbenau liegt unmittelbar am Rande des Spreewaldes und wird deshalb auch “Das Tor zum Spreewald” genannt. Lübbenau heißt auf sorbisch “Lubnjow” und kann mittlerweile auf 683 Jahre Geschichte zurückblicken, aber beginnen wir am Anfang. Erstmals wurde Lübbenau im Jahre 1315 erwähnt. Bis Mitte des 20. Jahrhunderts zählte Lübbenau zirka 8500 Einwohner. 1959 wurde in Lübbenau ein Braunkohlekraftwerk gebaut, welches damals zu den modernsten Europas gehörte. Da der Wohnraum knapp wurde, entstand die Neustadt von Lübbenau. Heute zählt Lübbenau zirka 16000 Einwohner.

Im historischen Zentrum der Altstadt steht die barocke Nikolaikirche (evangelisch). Gleich daneben die alte Postsäule von 1740 und am Topfmarkt das Torhaus von 1784.

Lübbenau ist sehr abwechslungsreich, es gibt viel zu sehen und zu bestaunen.

In diesem Tunnel präsentieren sich alle Lübbenauer Viertel „malerisch“: Schlossbezirk, Hafenviertel, Altstadtviertel, Gurkenviertel, Bahnhofsviertel, Skulpturenpark – Alter Friedhof, Sportzentrum, Viertel Grüner Stadtumbau, Spreeweltenviertel, Spreewalddorf Lehde, Spreewalddorf Leipe

Südlich der Stadt liegt Schloss Lübbenau. Das Schloss ist Sitz der Familie zu Lynar, die bis 1945 die Standesherrschaft innehatte und deren Nachkommen heute das Schlosshotel betreiben. Das klassizistisch umgebaute Schloss aus der Zeit um 1820 liegt in einem großen englischen Landschaftspark.

Das Schloss mit dem dazugehörigen Park gilt als der älteste Teil der Stadt Lübbenau. Archäologische Ausgrabungen brachten Funde aus der Mittelsteinzeit zu Tage. Auch Gegenstände aus der Bronze- und Eisenzeit konnten hier gefunden werden.

Bei meinem zweiten Besuch wandere ich weiter bis nach Lehde und wieder zurück:

Lehde – Freilandmuseum Lehde – Museum des Landkreises Oberspreewald-Lausitz: Das älteste Freilandmuseum Brandenburgs bietet einen lebhaften Einblick in das Leben der sorbischen/wendischen und deutschen Spreewaldbewohner vor über 100 Jahren. Aus verschiedenen Regionen des Spreewaldes wurden Hofanlagen zusammengetragen und hier wieder aufgebaut. Im Freilandmuseum ist alles zu finden, was den Spreewald berühmt gemacht hat: reetgedeckte Holzhäuser, sorbische/wendische Trachten und natürlich typische Köstlichkeiten, wie der scharfe Meerrettich und die Spreewaldgurke.

Da Lehde ein Magnet für Gäste ist, ist es auch (leider) entsprechend laut (zum Glück nicht bei der Wanderung hierher 😊).

Zurück in der Altstadt besuche ich den „Skulpturenpark – Alten Friedhof“.

Das dritte Mal starte ich von Lübbenau zur Insel Wotschofska – der Weg dorthin ist sehr idyllisch und zum Glück nicht überlaufen. Beschrieben wird, dass man diesen Ort nur zu Wasser oder zu Fuß bzw. mit dem Rad erreichen kann, aber es führt schon längst auch eine Straße dorthin. Der Biergarten ist sehr gut besucht und es ist unangenehm laut. Hier verweile ich nicht lange und pausiere lieber an einem ruhigeren Ort.

Der Erlenbruchwald war einst der verbreiteste Lebensraum des Spreewaldes. Er besiedelt nasse Niedermoorstandorte mit hohen Grundwasserständen vor allem im Winter und Frühjahr. In den vergangenen Jahrhunderten wurden Erlenbruchwälder immer stärker zurückgedrängt. Die verbliebenen Nasswälder wurden durch Melioration und Grundwasserabsenkungen stark beeinträchtigt. Viele ehemals nasse Bruchwälder wandelten sich zum Erlen-Eschen-Wald, was durch eine Veränderung des Artenspektrums der Bodenvegetation und der Naturverjüngung der Bäume belegt ist. Seit Mitte des 19. Jahrhunderts, mit Beginn der geregelten Forstwirtschaft, wurden ursprüngliche Erlenbruchwälder teilweise durch Erlen-Rabattenkulturen ersetzt. Auch die ältesten Bestände im Oberspreewald sind Resultat dieser Pflanzungen. In früherer Zeit bleiben diese Eingriffe jedoch verhältnismäßig gering. Erst ab den 70er Jahren des 20. Jahrhunderts war ein massiver Rückgang alter, naturnaher Wälder zu verzeichnen. Der Erlenbruchwald ist ein unzugänglicher Urwald – ein richtiges Paradies für scheue Tiere.

Raddusch

Zwischen Lübbenau und Burg mitten im Biospärenreservat liegt die kleine Spreewaldgemeinde Raddusch – hier findet man (und ich 😊) wirklich Ruhe und Entspannung – von hier kann man auch bei Kahnfahrten die Fließe entlanggleiten. Es gibt Wanderwege, die nicht so den Radwegen „geopfert“ sind und ich kann sehr gemütlich entlang den Fließen spazieren.

Ich wandere von Vetschau über Stradow nach Raddusch – leider führt der Weg doch über viele Strecken auf asphaltierten Wegen und Straßen – falls es Alternativen gegeben hätte, habe ich sie nicht gefunden, aber vielleicht auch die Störche nicht gesehen.

…… doch es gibt auch viele schöne und amüsante Aus- und Einblicke in Gärten und Häuser – ich spaziere bei der Katholischen Kirche „Heilige Familie“ vorbei.

Raddusch ist klein und fein, abseits der großen Touristenströme ist es hier erholsam ruhig und ich habe endlich das Gefühl im „Spreewald“ angekommen zu sein. Ich esse sehr gut im Hotel / Restaurant / Biergarten „Radduscher Hafen“. Ich entscheide mich für den Lausitzer Sahnequark (mit Zwiebeln, Gewürzgurke, frischen Kräutern, Pellkartoffeln 😊 und Radduscher Leinöl).

Dann gehe ich in die „Tiefen des Spreewaldes“, besuche ein Stückchen vom Moorlehrpfad, nehme eine falsche Abzweigung (die richtige ist in meine Gehrichtung nicht angeschrieben). Nachdem ich wieder beim Hafen in Raddusch angekommen bin, erkunde ich noch ein paar geschichtliche Schmankerln beim historischen Rundgang:

Mithilfe eines Folders spaziere ich auf einem „historischen Rundgang“ durch Raddusch.

Altes Brauhaus / Naturhafen Raddusch / Kriegerdenkmal

Alte Schule / Gotteshaus: In diesem Gebäude befand sich bis 1905 die erste Radduscher Schule – bis 1897 sprach man nur wendisch. Danach diente das Gebäude als Gotteshaus und wurde überwiegend für Bibelstunden, Relegions- und Konfirmationsunterricht genutzt. 1991 gab die Kirche dieses Gebäude auf. Es befindet sich heute in Privatbesitz.

Alte Dorfschmiede / Alte Windmühle

Alte Bäckerei (Kunstscheune): Früher hatten fast alle Bauernwirtschaften eigene Backstellen bzw. Backöfen im Haus oder in den dazugehörigen Nebengebäuden. In diesen Backstellen wurden Brote, der Weihnachtsstollen, Blechkuchen, der Backschinken und der Enten- und Gänsebraten gebacken.

Um 1880 hat der Besitzer der Radduscher Windmühle und des Kolonialwarenhauses Carl Neumann hier die erste Radduscher Bäckerei eingerichtet.

Hier genieße ich Kaffee und Zupfkuchen.

Bahnhof Raddusch = nicht wirklich etwas zu sehen außer ein Bahnsteig und gegenüber anscheinend ein nicht mehr genutztes Bahnhofsgebäude …..???

Vetschau

Den besonderen Reiz erhält die Stadt durch seine Lage zwischen dem Niederlausitzer Landrücken mit seinem Naturpark und der einzigartigen Kulturlandschaft Biosphärenreservat Spreewald.

Bereits 1302 erstmals urkundlich als Veczicz erwähnt, gehört die Stadt Vetschau zu den ältesten Orten im Spreewald. Heute zählt das Städtchen etwa 8.300 Einwohner.

Ich wohne für über drei Wochen in diesem Ort – der Ort hat viel zu erzählen, die Altstadt ist jedoch ein bisschen verwaist. Ich wohne in der Antik Pension (die meiste Zeit sogar ganz allein, zumindest ohne andere Gäste).

Die Antik Pension bzw. das frühere Blaudruckerhaus wurde von Wilhelm Richter (😊) und seiner Ehefrau 1898 erbaut und danach um Nebengebäude und Innenhof erweitert. Sie betrieben hier ihren Blaudruckhandwerksbetrieb und führten einen Blaudruckladen zum Verkauf von wendischen Schürzen, Blusen und Röcken. Während der zwei Weltkriege dienten die Nebengebäude auch als Färberei und Wäscherei. Nach Zwangsverwaltung und Rückübertragung in der Wende wurde das Haus in stark beschädigten Zustand von der heutigen Eigentümerin erworben. Ab 1997 erhielt es eine behutsame Sanierung.

Spaziergang am 28. Juni: Ich starte beim Bahnhof, das alte Bahnhofsgebäude würde ich mir gerne von innen ansehen, jedoch ist es sichtlich schon seit längerem zugesperrt -auch die alten „Fabrikshallen“ verfallen langsam vor sich hin. Es blühen gerade die Linden – ich rieche ihren Duft oft schon bevor ich den Baum sehe.

….. weil mich diese Gewächshäuser wirklich beeindruckt haben, habe ich nachgelesen:

Gewächshäuser Kraftwerk Vetschau (Gewächshäuser Kraftwerk Vetschau | Objektansicht)

Ab 1971 setzten unter dem Rat des Bezirkes Cottbus Planungen zum Bau von Gewächshaus-Anlagen ein, die mit Fernwärme aus dem Kraftwerk Vetschau versorgt werden sollten. Von zwei geplanten Standorten mit insgesamt 25 ha Anbaufläche wurde nur jene im Stadtgebiet von Vetschau mit fünf ha Glasfläche zwischen der Pestalozzistraße und dem Lobendorfer Weg realisiert. 1980 wurden die ersten Gurkenpflanzen gesetzt, in den nachfolgenden Jahren auch Tomaten und Blumen.

22 Gewächshäuser sind in zwei Reihen aufgestellt und jeweils paarweise nebeneinander durch einen Verbindungsbau zusammengefasst. Südlich sind Funktionsgebäude angefügt. Die Gewächshäuser bestehen aus verzinkten Stahlkonstruktionen mit Vollverglasung und werden von Satteldächern abgeschlossen. Die Giebelseiten sind mit Faserzementplatten versehen. Materialien wurden nur stellenweise ersetzt und sind daher überwiegend bauzeitlich. Damit vermitteln Maße und Anzahl der Gewächshäuser das Ausmaß der gartenbaulichen Produktion in der DDR in Vetschau. Diese sollte planmäßig noch ausgedehnt werden. Ein zweiter Standort sollte südlich der Broilermastanlage bei Eichow ab 1980 entstehen. In Vorbereitung fand bereits die erforderliche Waldrodung statt. Die Planung wurde nach 1989 und dem Beschluss zur Stilllegung des Kraftwerks verworfen, sodass sich das dortige Waldgebiet bis heute erholt hat.

Nach Stilllegung des Kraftwerks und dem Verlust der Fernwärmeversorgung wurden die Gewächshäuser in Vetschau ebenfalls außer Betrieb genommen. Die Nachnutzung beschränkt sich heute auf Energiegewinnung durch Photovoltaikplatten, die auf den Süddächern angebracht sind, die Räumlichkeiten verbleiben vorerst ungenutzt.

…… wie schon auf der Insel Poel gibt es hier die „Mitfahrbänke“.

Eine mit Störchen bemalte Mauer weist auf das Weißstorchinformationszentrum hin, leider dauerhaft geschlossen.

Spaziergänge durch Vetschau: Es blüht und blüht und blüht …………………… – ich gehe, wie mir scheint, durch die Jahrhunderte, vorbei an fast Verfallenem, vorbei an Neuen und Renovierten ……………. und erblicke dabei immer wieder Sehenswertes (bunt bemalte Bushaltestellen, bepflanzte Badewanne, …….).

„Villa Weßlau“, Bahnhofstraße: Um 1902 als Wohnhaus und Stadtvilla durch den Stadtbaumeister und Industriellen Weßlau erbaut. 1906 Eigentümerwechsel an Karl Emmelmann, 1931 an Carl Boschan „Gurken- und Konservenfabrik“. 1959 kaufte Fleischermeister Alfred Nagel das gesamte Grundstück. Die Fabrikgebäude auf dem 2. Hof hinter dem Wohnhaus verkaufte er an die von ihm gegründete PGH des Fleischerhandwerks „Spreewald“ und legte damit den Grundstein für den heutigen Fleischverarbeitungsbetrieb.

„Alte Feuerwehr“, Hospitalplatz: Um 1909 als Feuerwehrgerätehaus mit Steigerturm durch die Stadt in Auftrag gegeben. Im Gerätehaus waren die Fahrzeughalle und der Steigerturm mit Gasleuchten ausgestattet, die 1924 durch eine elektrische Beleuchtung ersetzt wurden. 1975/76 Anbau eines Versammlungsraumes mit sanitären Einrichtungen. Da Technik und Geräte größer und schwerer wurden, musste der Fußboden erneuert und Zwischendecken eingezogen werden. 1997 Umzug der Feuerwehr in das neue Feuerwehrgerätehaus. Danach zwischenzeitliche Nutzung als Galerie und Verkaufsausstellung.

Bauer Ricken’s Hofladen – für regionales Essen 😊!

Katholische Kirche „Heilige Familie“

Nach der Reformation wurden die aus Schlesien eingewanderten Katholiken vom Kloster Neuzelle, später von der Pfarrei Cottbus betreut. Der lange angestrebte Bau der eigenen katholische Kirche, wurde 1897 fertiggestellt.

Die Altstadt von Vetschau.

Beim Tourismusbüro kann man sich einen Zugang für die App holen, die wirklich gut über die Altstadt informiert. Weiters gibt es an den geschichtsträchtigen Häusern auch Informationstafeln mit dem wichtigsten Inhalt.

„Ältestes Haus“: Um 1710 als Wohnhaus im Fachwerkstil von einem unbekannten Baumeister errichtet. Auf einem Längsbalken im Gebäude, kann man heute noch folgenden Spruch lesen (Irene: aber leider nicht zu besichtigen): „Herr, lass Dir stets befohlen sein, den der diß Haus besitzet. Geuß deinen reichen Seegen drein und gönn es dem es Nützet, und was ich sauer angebaut, sey stets in deinen Schutz vertraut. Laß denen die es erben, nicht wiederum Verderben.“

Wendisch-Deutsche Doppelkirche: Aus dem 14. Jahrhundert stammt die erste, aus Feld- und Raseneisenstein erbaute Kirche. Sie brannte im Jahr 1619 nieder und auf den verbleibenden Fundamenten erbaute man 1650 den jetzigen Backsteinbau in Vetschau.

Die direkt daneben liegenden Spätbarocke Deutsche Kirche entstand in den Jahren 1690 bis 1694. Beide Kirchen, die wendische Backsteinkirche und die deutsche Kirche sind mit der an den Ostgiebeln befindlichen Sakristei miteinander verbunden. 1709 bekam der Turmstumpf aus Backstein seine achteckige Turmhaube. In den Jahren 1850/1860 wurde der Innenbereich der wendischen Kirche umgebaut, ein Tonnengewölbe und die Doppelemporen wurden eingezogen, das “Auge” im Ostgiebel, der Kanzelaltar und eine Orgel wurden eingebaut. Die Deutsche Kirche erhielt im Jahr 1899 eine Orgel und 5 bemalte Fenster. So entstand in fünf Jahrhunderten die Wendisch-Deutsche Doppelkirche.

Die Deutsche Kirche ist nach wie vor ausschließlich Gemeindekirche. Die Wendische Kirche ist seit 1995 eine Kulturstätte. Einmal jährlich, am Tag des offenen Denkmals, findet hier ein Gottesdienst in wendischer Sprache statt. Zusätzlich dient die Kirche als beeindruckende Kulisse für festliche Konzerte in Vetschau.

Neben der Kirche steht die „Mädchenschule“. Nach dem 30jährigen Krieg entstand hier auf den Resten alter Bausubstanz das erste Schulhaus der Stadt. Um 1729 wurde es aufgrund steigender Bevölkerungszahlen und erhöhtem Platzbedarf erforderlich, ein neues, größeres zu bauen. Dieses neue Schulhaus wurde durch die Bürger der Stadt errichtet und 1734 eingeweiht. Es folgten Umbauten und Rekonstruktionen, so dass um 1882 der heutige Langbau mit Satteldach und Putzfassade entstand. Jahrzehntelang wurde es zunächst ausschließlich als Mädchenschule genutzt, nach 1945 als Alters- und Pflegeheim und ab 1954 wieder als gemischte Schule für die Klassen 1 bis 5. Ab 1968 stand das Gebäude durchweg dem Jugendblasorchester zur Verfügung.

Schloss Vetschau

Das Schloss im Renaissancestil wurde im Jahre 1540 von Eustachius von Schlieben erbaut und ist von einem Park umgeben. Das denkmalgeschützte Ensemble besteht insgesamt aus vier Gebäuden, von denen das Haupthaus mit zweigeschossigem Turm heute Sitz der Stadtverwaltung ist. Das daneben befindliche Kavaliershaus als ehemaliges Amtshaus besticht durch seine 9 Fensterachsen und sein Walmdach. Die etwas abseits liegende Schlossremise diente früher als Wirtschafts- und Stallgebäude und beherbergte seit 2015 die Tourist-Information sowie die Dauerausstellung “Geschichten vom Heiraten”.

Über die geschwungene Freitreppe im Innenhof des Schlosses gelangt man in den Rittersaal, einen barocken Festsaal, der vor allem für standesamtliche Trauungen zur Verfügung steht. Im Wappenzimmer nebenan kann man Wissenswertes über das Vetschauer Stadtwappen sowie über das bis 2005 verschollene Wappenprivileg erfahren.

Juli 2025 – die Tourist-Information ist jetzt im Hotel Ratskeller und die Dauerausstellung gibt es anscheinend auch nicht mehr.

..... und zum Abschluss Hefeplinsen .....

Hefeplinsen sind eine der vielen Spezialitäten im Spreewald. Das Rezept ist bzw. die Rezepte sind meist ein gut gehütetes Familiengeheimnis – hier ein Rezept mit Buttermilch gemacht.